Pflanzen im Aquarium

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein neues Aquarium anzuschaffen oder ein bestehendes umzugestalten, steht rasch vor einer ganzen Reihe von Entscheidungen. Nachdem die Auswahl der gewünschten Fische und Wirbellosen getroffen ist, ist die der Einrichtung sicher die wichtigste.

Hier ist das Angebot sehr groß, es umfasst die unterschiedlichsten Steine, Gehölze und Wurzeln, Kunststoffobjekte sowie weitere Naturmaterialien. Am interessantesten ist jedoch die lebendige Einrichtung – die richtige Bepflanzung. Sie macht jedes Aquarium zum Blickfang und bietet auch weitere Vorteile.

Nutzen von Aquaristikpflanzen

Für Pflanzen sprechen eine Menge Gründe, darunter natürlich in erster Linie die Optik. Eine geschickte Anordnung verschafft den Eindruck von mehr Tiefe und einem selbstständigen kleinen Ökosystem. Dazu bietet die Bepflanzung Rückzugs- und Schutzmöglichkeiten für nervöse Tiere oder im Falle von Konflikten, beispielsweise zwischen Männchen. Ebenso sichert sie geschützte Plätze, um Laich abzusetzen. Feine Fiedern zum Beispiel helfen Garnelen, sich zu verstecken, und dienen gleichzeitig als Nahrungsquelle, da sich hier Partikel ansammeln können.

Nicht zuletzt verbessern Pflanzen auf natürliche Art und Weise die Wasserqualität des Aquariums. Fische und Wirbellose scheiden unter anderem Nitrat und Ammonium aus, die sich in größeren Mengen schädlich auf die Gesundheit der Tiere auswirken können. Pflanzen können diese Verbindungen als Nährstoffe nutzen und entfernen sie daher aus dem Wasser. Dadurch können sie auch helfen, den Algenwuchs einzudämmen. Zudem sind sie wichtig, um für ausreichend Sauerstoff im Wasser zu sorgen. So tragen Pflanzen dazu bei, ein möglichst stabiles System im Aquarium aufrechtzuerhalten.

Arten und Anforderungen

Im Handel werden viele verschiedene Pflanzenarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Wuchsgeschwindigkeiten angeboten. Bei der Auswahl sollte man einige Kriterien beachten:

  • Wie groß wird die Art?
  • Wie schnell wächst die Art?
  • Werden Tiere oder Pflanzen gehalten, die bestimmte Blätter als Aufenthaltsort bevorzugen?

Idealerweise werden sowohl schnell als auch langsam wachsende Pflanzen gesetzt. Mit der Artenzahl sollte es dabei nicht übertrieben werden – besser werden einige Exemplare der gleichen Art nebeneinandergesetzt. Auch die Dichte sollte sich in Grenzen halten, sonst wirkt das Becken zu schnell überfüllt und es entstehen größere Mengen Pflanzenreste. Bei der Frage der Platzierung sollte sich zum einen nach der bereits vorhandenen Einrichtung, zum anderen nach dem Lichtbedürfnis der unterschiedlichen Arten gerichtet werden.

Bei der Frage, wie viele Pflanzen das Becken verträgt, gilt die Faustregel: Länge in Zentimetern mal Breite in Zentimetern geteilt durch 50 = Maximale Anzahl möglicher Pflanzen. Allerdings misst diese Rechnung der Größe der Pflanzen keine Bedeutung zu, weshalb ein gutes Augenmaß letztendlich immer die wichtigste Richtlinie darstellt. Um ein harmonisches Bild zu gewährleisten und die Sicht nicht zu versperren, ist es sinnvoll, große Arten mit raschem Wachstum weiter hinten und solche, die eher langsam wachsen und nur geringe Höhen erreichen, vorne zu platzieren.

Beispiele für Gattungen und ihre Wachstumsgeschwindigkeit:

  • Cryptocoryne (langsam)
  • Echinodorus (langsam)
  • Anubias (langsam)
  • Vallisneria (schnell)
  • Wasserpest (schnell)
  • Sumatrafarn (schnell)

Weitere interessante Arten gehören beispielsweise zu den Gattungen Nymphaea oder Hydrocotyle. Abgesehen von den bereits genannten Kriterien lohnt es sich, die Farben der Pflanzen aufeinander abzustimmen: Neben den verschiedenen Grüntönen gibt es auch solche, die rötliche Blätter aufweisen und damit besonders interessant aussehen.

Untergrund der Pflanzen

Bevor die Pflanzen eingesetzt werden, werden ihre Wurzeln leicht angeschnitten, dann werden sie in eine kleine Mulde versenkt und mit Kies bedeckt. Eine zu feine Körnung kann Fäulnisbakterien fördern, die den Pflanzen schaden, daher sollte der Durchmesser zwischen drei und acht Millimetern liegen. Zu grobkörnig sollte der Untergrund wiederum auch nicht sein, um den notwendigen Halt zu gewährleisten.

Weitere Kriterien wie Material und Farbe richten sich nach dem eigenen Geschmack und den Bedürfnissen der tierischen Bewohner. Einige Pflanzen werden nicht gepflanzt, sondern flottieren frei an der Aquarienoberfläche, andere können oder sollten mittels eines Gebindes an Steinen oder Wurzeln befestigt werden, um sie an Ort und Stelle zu halten.

Pflege

Eine dünne Schicht Dünger unter der Kiesschicht hilft den Pflanzen, gut anzuwachsen. Später lässt sich der Nährstoffgehalt des Wassers, beispielsweise die Werte für Nitrat oder Eisen, mit vielen, günstig erhältlichen Tests nachprüfen und gegebenenfalls anpassen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, stets die geringst notwendige Menge zu nutzen, um die Wasserqualität nicht zu beeinträchtigen.

Für gutes Wachstum ist zudem eine ausreichende Lichtqualität notwendig, daher sollte Wert auf eine hochqualitative Lampe mit dem richtigen Lichtspektrum gelegt werden. Hierbei ist auch darauf zu achten, dass Schwimmpflanzen lichtbedürftige Arten nicht in den Schatten setzen. Sowohl Tiere als auch Pflanzen profitieren überwiegend von weichem Wasser mit geringem Grad deutscher Härte. Nimmt der Wuchs überhand, sollten Pflanzen regelmäßig und behutsam zurückgeschnitten werden.

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