Kann ich mein Haustier vegan ernähren?

Haustiere vegan ernähren, natürlich oder absurd?

Für die Herstellung von Tierfutter wird das Fleisch aus der besagenden Kategorie 3 der EU-Verordnung verwendet. Laut dieser Verordnung dürfen tierische Bestandteile verwertet werden, welche normal auch als menschliche Nahrung geeignet sind, bei denen jedoch nur wenig Nachfrage besteht. Hierzu gehören zum Beispiel Zunge, Euter und Innereien. Auch tierische Abfälle wie Schnäbel, Knorpel, Gefieder, Sehnen und Klauen fallen in diese Kategorie. Wenn man bedenkt, dass Katzen ihre Beute auch im Ganzen verspeisen, gibt es nichts, was dagegen sprechen könnte. Gemeinhin stammt Tierfutter aus der Produktion von Massentierhaltung. Genau wie in menschlicher Nahrung stecken auch im Tierfutter künstliche Zusätze wie Stabilisatoren, Geschmacksverstärker, künstliche Vitamine und Farbstoffe. Inzwischen produzieren immer mehr Hersteller zertifizierte vegane beziehungsweise vegetarische Produkte. Aber wie verhält es sich mit einer vegetarischen oder veganen Ernährung beim Hund?

Allesfresser Hund

Hypothetisch ist eine vegetarische Ernährung beim Hund möglich. Jedoch sollte man dem Futter unbedingt Kalzium zusetzen, da sonst der Bedarf des Vierbeiners ohne fleischliche Nahrung nicht gedeckt ist. Allerdings ist eine vegane Ernährung von trächtigen oder säugenden Weibchen nicht anzuraten. Dieses gilt auch für Welpen. Vegane Ernährung bei Hunden ist (laut einer Studie) nicht unnatürlich. Im Rahmen dieser Studie (Universität Wien) wurden zwanzig Tiere untersucht, welche über eine Zeitspanne von sechs Monaten ausnahmslos vegan ernährt wurden. Die verwendete Nahrung erfüllte zum größten Teil die hauptsächlichen Nährstoffbedürfnisse der Tiere. Dabei ergab die Untersuchung keine feststellbare Veränderung nach einem halben Jahr veganer Ernährung. Auch die Untersuchung des Blutbildes (vegan) ergab keine bemerkenswerten Unterschiede im Vergleich zu anderen Hunden, welche mit tierischem Futter ernährt wurden. Sogar die Eisen- und Vitamin-B12-Werte blieben im normalen Bereich.

Wie verläuft die Ernährungsumstellung?

Wollen Sie ihren Vierbeiner auf eine vegetarische Ernährung umstellen, sollten Sie das vegetarische Futter anfangs in das bisher verwendete Futter mischen. Das Mischungsverhältnis sollte nur langsam geändert werden, und zwar so, bis irgendwann kein Fleisch mehr im Futter vorhanden ist.

Vegetarische und vegane Ernährung bei Katzen

Hier scheiden sich die Geister. Viele halten dies für Tierquälerei, da Katzen von Natur aus Karnivore sind. Katzen haben das Gebiß eines Raubtieres und auch ihr Magen-Darm-Trakt ist auf die Verdauung von Fleisch eingestellt. Sie benötigen eine große Menge an A Vitaminen, welche für die Produktion von Karotin unerlässlich ist. Vitamin A Mangel führt zu Haut- und Knochenproblemen wie auch zum Hörverlust. Zudem können Störungen des Verdauungssystems wie auch der Fortpflanzungsorgane auftreten. Sie benötigen auf alle Fälle Taurin, denn ohne dieses kann die Katze Herzprobleme bekommen und sogar ihre Sehkraft verlieren. Aus diesem Grund rät der Deutsche Tierschutzbund von einer fleischlosen Ernährung bei Katzen ab. Die PETA-Organisation sieht das jedoch anders. Sie vertreten die Ansicht, dass die Ernährung keine Rolle spielt, solange sich die Tiere wohlfühlen. Sie appellieren sogar an eine einwandfreie vegane Ernährung, welche zuvor jedoch mit einem Tierarzt abgeklärt wurde.

Wachsende Nachfrage an veganer Tiernahrung

Wie vonseiten der Händler bestätigt wird, ist die Nachfrage an veganem Futter sehr groß. Größtenteils handelt es sich hierbei um Kunden, welche sich selbst vegan ernähren und von daher auch ihre Tiere vegan ernähren wollen. Dies geschieht zum Beispiel auch aus gesundheitlichen Gründen beispielsweise bei Allergien. Veganes Futter wie auch ergänzende Produkte gibt es sowohl in speziell darauf eingerichteten Tierläden als auch in veganen Supermärkten und Onlineshops. Um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen, sollten dem veganen Futter unbedingt essentielle Nährstoffe zugefügt werden. Hier kommen die optimal auf die vegane Ernährung von Hunden zusammengestellte Nahrungsergänzungsmittel in Spiel. Diese versorgen den Hund mit Kalzium, Vitamin B12 und andere wesentliche Nährstoffe. Zudem sollte man bei der Fütterung veganer Tiernahrung auch darauf achten, dass Taurin und L-Carnitin in den veganen Ergänzungsmitteln enthalten sind. Ein Mangel an Kalzium kann beim Kund zu brüchigen Knochen und sonstigen Skeletterkrankungen führen. Besonders Welpen laufen hierbei Gefahr, zu erkranken. Ein Mangel an Kalzium im Blutbild ist nicht sofort ersichtlich und wird meistens erst entdeckt, wenn es zu spät ist.
Denn bei Kalziummangel kann der Hund Skeletterkrankungen und brüchige Knochen bekommen. Beim Welpen kann das schon in wenigen Wochen eintreffen. Leider kann man einen Kalziummangel im Blutbild nicht rechtzeitig erkennen. Man bemerkt den Mangel also erst, wenn es zu spät ist. Von daher sollte eine Ernährungsumstellung auf vegan immer zuerst mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

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